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Kantonales Komitee
Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21
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Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21

Argumentarium

Der Initiativtext verankert bewährte Eckwerte für Lehrpläne im solothurnischen Volksschulgesetz und will mehr Demokratie für allfällige zukünftige harmonisierte Lehrpläne.

Der Kindergarten bleibt eine eigenständige Stufe

„Die Bildungspläne beinhalten einen Rahmenlehrplan für den Kindergarten.“

Im Lehrplan 21 umfasst der erste Zyklus Kindergarten und erste/ zweite Klasse. Und es gibt keine Orientierung, was denn nun für den Kindergarten und was für die ersten beiden Klassen zu lernen ist. So gilt die Kompetenz „Schülerinnen und Schüler können über Macht, Machtbegrenzung und Machtmissbrauch nachdenken“ bereits für die vier, fünf und sechsjährigen Kinder! In der Einleitung zum Lehrplan 21 steht dazu: „Neu wird der Kompetenzerwerb damit auch für den Kindergarten nach Fachbereichen strukturiert und beschrieben.“ Ebenso will man die „konsequente Förderung der Kompetenzen in der Schulsprache ab Kindergarten“. Dieser geplanten Verschulung des Kindergartens ist ein Riegel zu schieben. Der Rahmenlehrplan für den Kindergarten hat sich als Vorbereitung zum Schuleintritt bewährt.

Jahrgangs- oder Stufenziele für die Primarschule

„Die Bildungspläne beinhalten Jahrgangsziele für jedes einzelne Schuljahr der
Primarschule oder für folgende Stufen: erste und zweite, dritte und vierte, fünfte und sechste Klasse.“

In den aktuellen Lehrplänen der Primarschule ist für Deutsch, Mathematik und
Sachunterricht grundsätzlich für jedes Schuljahr definiert, welche Lernziele
Schülerinnen und Schülerinnen erreichen sollen. Ausnahmen gibt es in der Sprache für 1./2. Klasse und im Sachunterricht. Der Lehrplan 21 enthält gar keine Jahrgangsziele mehr. Die Unterschiede innerhalb der Klasse werden so bewusst ausgedehnt. Damit ist nur noch ein stark individualisierter Unterricht möglich, in welchem die Schüler/innen jeweils an ihrem aktuellen Kompetenzthema arbeiten. So ein Unterricht ist fast nur noch über Arbeitsblätter steuerbar. Noch mehr Heterogenität ist gerade auch auf dem Hintergrund der speziellen Förderung ein pädagogisches No Go! Darum soll die aktuelle Regelung, in der Jahrgangsziele der Regelfall und Stufenziele die mögliche Ausnahme darstellen, im Volksschulgesetz verankert werden.

Keine „Birchermüesli Fächer“ an der Sekundarschule

„Die Bildungspläne beinhalten für die Sekundarschule unter anderem die Fächer
Geschichte, Geographie, Biologie, Physik und Chemie.“

Im Lehrplan 21 werden Geographie und Geschichte zu „Räume, Zeiten und Gesellschaften“ und Biologie, Physik und Chemie zu Natur und Technik. Natürlich ist gegen Interdisziplinarität nichts einzuwenden. Aber diese kann es erst geben, wenn jedes Fach für sich in der nötigen Tiefe gelehrt und gelernt werden kann. So fehlt zum Beispiel Schweizer Geographie komplett im Lehrplan 21! Die Sammelfächer führen auch dazu, dass in der Ausbildung von Sek I Lehrpersonen in Fächern wie Geographie, Geschichte, Chemie, Biologie und Physik die fachliche Tiefe fehlt. Dazu kommt, dass das Wissen seit hunderten von Jahren und in jeder Bibliothek und jedem Lexikon der Welt nach diesen fünf Fachbereichen geordnet ist. 

Die einseitige Kompetenzorientierung ist eine Abkehr vom humanistischen Bildungsideal und führt zu „teaching to the test“

„Die Bildungspläne für die Primar- und Sekundarschule bauen auf Inhalten (Wissen) auf. Ergänzend werden Kompetenzen definiert, die mit diesen Inhalten erreicht werden können.“

Die einseitige Kompetenzorientierung und die Bagatellisierung des Wissens im Lehrplan 21 führen erwiesenermassen zu einem Qualitätsabbau in der Bildung. Denn die Teilprozesse Verstehen, Behalten, Abrufen (alle drei gehören zum Wissen) und Anwenden (Kompetenz) stehen als Faktoren für ein Lernergebnis in einem hoch interaktiven Verhältnis zueinander. Falls auch nur einer von ihnen schwach ausgebildet ist, wird das gesamte Lernergebnis schwach ausfallen. Die einseitige Kompetenzorientierung verhindert ebenso einen zusammenhängenden und kontinuierlichen Wissensaufbau der Solothurner Volkschülerinnen und -schüler. Hinter dem Hype um „Kompetenzorientierung“ steht der völlig falsche und unwahre Anspruch, Bildung auf messbare Kompetenzen reduzieren und durch eine gigantische Prüfungs- und Testmaschinerie erfassen zu können. Wir würden uns vom humanistischen Bildungsverständnis verabschieden und direkt in die Standardisierungsfalle („teaching to the test“) laufen. Es spielt eine massive Rolle, mit welchen Inhalten welche Kompetenz erworben wird. Ob man „Lesekompetenz“ an der Bedienungsanleitung für einen mp3 Player oder aber an einem literarisch wertvollen Text erlernt, lässt sich mit PISA Tests zwar nicht erfassen. Aber die Wirkung auf Schülerinnen und Schüler liegen Universen auseinander!

Demokratische Legitimation interkantonal harmonisierter Lehrpläne

„Die Einführung interkantonal harmonisierter Bildungspläne bedarf der Genehmigung durch den Kantonsrat.“

Die Erfahrungen mit dem Lehrplan 21 zeigen, dass die Entscheidungsprozesse in der Bildungsbürokratie um die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) nicht einfach zu durchblicken sind. In einem solchen Umfeld können sich Einzelprojekte leicht verselbständigen und eine eigene Dynamik entwickeln. Dem aktuellen Lehrplan 21 fehlt die demokratische Legitimierung, die es braucht, um ihn in den Schulen zu verankern. Für einen allfälligen nächsten interkantonal harmonisierten Lehrplan soll deshalb der Kantonsrat diesen genehmigen müssen, bevor er eingeführt wird.

>> Download Argumentarium

Das detaillierte Argumentarium zur Volksinitiative (9 Seiten) können Sie hier als PDF-Datei herunter laden und ausdrucken.

>> Argumentarium

 


 

SO ohne Lehrplan 21 in Kürze

>> Flyer

 


 

Lesen Sie auch das Papier von Hanspeter Amstutz und Alain Pichard (PDF-Datei):

>> Lehrplankritische Argumente und ihre Begründung


 

"Kompetenz-Hitparade" aus dem Lehrplan 21

>> Tabelle


Illustration Gerd Altmann / pixelio.de

In Kürze

Der Lehrplan 21...

  • ist ein pädagogisches Monstrum.

  • ist demokratisch nicht legitimiert.

  • ist ein ideologisches Machwerk.

  • ist finanzpolitisch nicht verantwortbar.

  • löst sein Versprechen der Harmonisierung nicht ein.

  • ist eine weitere Reform-Grossbaustelle die unsere Volksschule nicht verkraftet.